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Uli Te', Impressionen aus Kuba von Hans-Ulrich Meyer


Hans-Ulrich Meyer aus Riepe braucht die Karibik-Insel wie die Pflanze das Wasser. Der Hobby-Fotograf ist in der Provinz-Hauptstadt Las Tunas durch seine Ausstellungen beim Kulturfestival Cucalambeana längst kein Unbekannter mehr. Und auch sonst kümmert er sich schon seit Jahren um den kulturellen Brückenbau zwischen Kuba und Ostfriesland. Ein Bericht von Andreas Litzkendorf mit Fotos von Hans-Ulrich Meyer.

John Lennon sitzt ent­spannt auf der Bank in dem nach ihm be­nannten Park in Ha­vanna. Leider nur in Bronze. Aber die Kubaner mögen den Ex-Beatle, der 1980 in New York von einem kranken Fan erschossen wurde. Vielleicht weniger wegen seiner Musik, dafür mehr für sein politisches En­gagement. Der Friedensakti­vist passt wohl irgendwie in das Weltbild von Castro und Co. - auf seine Art war auch Lennon ein Revolutionär.

Aus der Politik des kari­bischen Inselstaates mit sei­nen rund elf Millionen Ein­wohnern hält sich Hans-Ul­rich Meyer aus Riepe raus. Nur soviel: Er nährt nicht die Hoffnung vieler Exil-Kubaner, dass sich nach dem Tod des greisen Fidel auf einen Schlag viel ändern wird. Schon seit letztem Jahr hält Castros Bruder Raul die Macht in seinen Händen und macht wenig Anstal­ten, den kubanischen Kurs zu ändern. Meyer zuckt mit den Schultern und sagt.,, Ich liebe Kuba. Meine Therapie heißt Kuba. Ich brauche Ku­ba wie die Pflanze das Was­ser. Diese Liebeserklärung kommt nicht von ungefähr.

Vor zwölf Jahren reiste Meyer als Tourist in das Sonnenland und war auf Anhieb begeistert. Er war fasziniert von der Fröhlichkeit und Be­scheidenheit der Menschen, obwohl es den meisten von ihnen deutlich schlech­ter geht als den Menschen hierzulande. Aber was heißt schon schlechter? Was ih­nen an materiellen Besitztü­mern fehlt, machen sie wett mit ihrem Optimismus und ihrer Lebensfreude. Mey­er formuliert das so. Die neidgeprägte Ellenbogen- Gesellschaft existiert dort nicht. Aber er spürt sie, wenn er wieder in Deutsch­land ist. Kein Wunder also, dass es den Riepster zwei­mal im Jahr auf die Insel treibt, wobei er längst den Status des Pauschaltouristen verloren hat. "Uli Tee" rufen ihn die Einheimischen von Las Tu­nas wegen seiner Vorliebe für das ostfriesische Nationalgetränk, den Tee bringt er selbstverständlich mit. Und seine Fotos auch.

Denn Las Tunas ist nicht nur ei­nene Provinz-Hauptstadt im Osten Kubas, sondern auch ein Mekka der Kunstszene. Alljährlich findet dort das größte Kulturfestival in der Karibik statt: Cucalambe­ana heißt das Fest, das in diesem Jahr 41. Geburtstag feiert und Künstlern aus 15 Nationen eine Plattform bietet, auch Hans-Ulrich Meyer, der sich mit seinen Fotogra­fien über die Jahre einen hervorragenden Ruf erwor­ben hat. Wann immer er durch den Sucher seiner Ka­mera guckt, sucht er Kuba und findet es vornehmlich in den Gesichtern der Men­schen. Unaufdringlich wir­ken seine Bilder, fremdartig und doch freundlich. Meyer nähert sich der karibischen Kultur auf seine besondere Weise - und die ist geprägt von großer Zuneigung. Das zeigt sich in den Bildern und wird von den Betrachtern auch wahrgenommen. Sonst hätte er 2004 vermutlich nicht als erster Europäer ei­nen Verdienstorden für sein kulturelles Engagement aus der Hand des Kultusminis­ters Abel Prieto erhalten.

"Das war ein regelrechter Staatsempfang", erinnert sich Meyer an das Ereignis. Die Auszeichnung gab es aber nicht nur für sein fo­tographisches Werk. Meyer hat sich in den Kopf gesetzt, eine kulturelle Brücke zwi­schen kuba und Ostfries­land zu bauen. Die ersten Pfeiler sind längst einge­schlagen. Seit Jahren schon bringt er von seinen Aufenthalten die Arbeiten ku­banischer Künstler mit nach Deutschland und organisiert Verkaufs-ausstellungen, de­ren Erlöse er komplett den Maler Familien zukommen lässt.

Und er begeistert hiesige Künstler für Kuba, und so sind Werke beispielswei­se von Heinz Kramer (Hinte), Renae Bonn (Emden), Andy Möbius (Wirdum), Heike Eilts (Jever) oder Karla Fi­scher (Emden) in Las Tunas nicht unbekannt. Davon konnte sich auch schon En­gelbert Sommer, Leiter der Emder Malschule, überzeu­gen. Mittlerweile ist der Ruf Meyers als Kuba-Fachmann für alle Notfälle hinlänglich bekannt. Da kann es schon mal passieren, dass der Mit­arbeiter eines Reisebüros anruft und ein paar Tipps braucht. Oder wenn ein Ostfriese ein kubanisches Instrument sucht, ist der Riepster ebenfalls die erste Adresse. Und wenn sich die kubanische Fußball-Natio­nalmannschaft, wie schon zuvor, zum Sommerla­ger in Greetsiel aufhält und trotzdem friert wie junge Hunde, dann sorgt "Uli Tee" dafür, dass die Jungs wär­mende Pullover bekommen. Brücken bauen ist manch­mal gar nicht schwer.

Wer Interesse hat sich mit seinen Werken oder in einer anderen Weise am jährlichen Kulturfestival Cucalambeana in Las Tunas auf Cuba zu beteiligen, kann mit Hans-Ulrich Meyer unter Telefon: 0 49 28 / 99 03 55 oder hansulrichmeyer@ewetel.net Verbindung aufnehmen.

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